Xiehouyu – Chinesische Sagwörter (Elke Spielmanns-Rome)

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Mit einem Klebreisklößchen nach der Glücksmünze werfen

爱窝窝打金钱眼——蔫准
àiwōwo dǎ jīnqiányǎn——niānzhǔn

Mit einem Klebreisklößchen nach der Glücksmünze werfen ——
<geräuschlos treffen>
(Dialekt) still/zurückhaltend, aber zielstrebig; ein stilles Wasser

GlücksmünzeIm 白云观 Báiyúnguàn, dem taoistischen Tempel der Weißen Wolke, im Südwesten Pekings befindet sich im Eingangsbereich eine große Kupfermünze mit einem Loch in der Mitte, in dem an einer Schnur eine kleine Glocke befestigt ist. Im alten China öffnete dieser Tempel jedes Jahr zum Frühlingsfest, also zu Beginn des neuen Jahres, der Allgemeinheit seine Pforten. Die Besucher warfen dann mit Geldstücken nach der kleinen Glocke: Ein Treffer, der durch ein helles Klingen nicht zu überhören war, wurde als Omen für ein glückliches neues Jahr gedeutet; diesen Brauch, der in den letzten Jahren wieder aufgelebt ist, nennt man 打金钱眼 dǎ jīnqiányǎn. Würde man mit einem klebrigen Reisklößchen statt mit einem Geldstück nach der Glocke werfen, bliebe ein Treffer geräuschlos.

爱窝窝 àiwōwo (auch 艾窝窝) sind Reisklößchen mit einer süßen Füllung aus Rosinen, Nüssen oder Melonenkernen. Man bereitet sie speziell zum Frühlingsfest aus Klebreis zu.